Ein Vorbild und die Pläne für den Ruhestand

Von dem kann ich mir „eine Scheibe abschneiden“! Wenn die das kann, kann ich das auch. Was er geschafft hat, gibt mir Mut. So will ich auch mal werden. So will ich auf keinen Fall werden. Also schauen wir auf andere Menschen und bewerten deren Verhalten. Wir können fast nicht anders.

Häufig haben diese Beobachtungen auch ganz unbemerkt eine Auswirkung auf unser Denken, Fühlen und Handeln.

Doch wozu diesen Effekt nicht mal wieder ganz bewusst nutzen? Uns mal wieder nach Vorbildern umschauen?
Von anderen zu lernen, ist uns doch eigentlich in die Wiege gelegt. So lernen Kinder schnell „am Modell“. Da werden Verhaltensweisen der Eltern oder engen Bezugspersonen nachgeahmt und häufig auch übernommen.
Auch Helden aus Geschichten inspirieren uns weiter. „So will ich auch mal werden“, hört man es in vielen Kinderzimmern.

Die Orientierung an anderen und das Lernen von ihnen ist ein ganz normaler und oft effizienter „Entwicklungsbooster“.

So wird die positive Wirkung von sogenannten Vorbildern in verschiedenen Zusammenhängen erforscht. Zum Beispiel im Kontext der eigenen Widerstandsfähigkeit, in der schulischen und beruflichen Entwicklung. Neurowissenschaftler stellten unter anderem fest, dass allein der Gedanke an ein Vorbild  das eigene Belohnungssystem aktiviert, uns motiviert.

Menschen, die uns inspirieren, motivieren, Orientierung oder Sicherheit geben, haben das Zeug, zu persönlichen Vorbildern zu werden. An Ihnen erkennen wir Verhaltensweisen, Eigenschaften oder Einstellungen, die besonders sind. Sind es positive Vorbilder, steht eher das nachahmen und kopieren im Vordergrund. Sind es negative Vorbilder, weiß man, was man nicht möchte.

Vorbilder sind häufig auch Menschen, die anders sind, (große) Hürden überwunden haben, für eine Sache eintreten oder einfach etwas ganz anderes tun als vielleicht erwartet wird. Was es ist, entscheiden wir selbst.

So kann es die starke und furchtlose Pippi Langstrumpf sein, eine 70 jährige, die Modell wird, der 68jährige, der das erste Mal ein Unternehmen gründet oder Greta Thunberg.

Vorbilder erweitern durch ihr Handeln und Sein unseren Horizont und lassen uns Möglichkeiten erkennen, die wir vorher noch nicht kannten. Dazu muss man diese gar nicht persönlich kennen. Doch auch die Nachbarin hat das Potenzial, in einem bestimmten Bereich ein wunderbarer „Leuchtturm“ zu sein.

Das „Lernen am Modell“ scheint nicht vor dem Alter und der Erfahrung halt zu machen. Bei der Datenanalyse von 400 Teilnehmern unseres Selbsttest konnten wir einige spannende Faktoren für die Konkretisierung der Ruhestandplanung identifizieren: Hierzu zählt unter anderem, ob die Teilnehmer:innen ein persönliches Vorbild in Sachen erfüllten Ruhestand haben. Ist dies der Fall, werden die eigenen Pläne deutlich konkreter.

Sich mit sich und der Gestaltung des eigenen Ruhestands auseinanderzusetzen ist ein wichtiger Baustein für die eigene Lebenszufriedenheit nach dem Erwerbsleben. Da ist es gut zu wissen, dass Vorbilder hier im Zusammenhang stehen. Vielleicht war das Vorbild zuerst da war, z.B. als Inspiration oder durch die Beschäftigung mit der „neuen“ Zeit, war die Aufmerksamkeit für Menschen, die einen inspirieren einfach größer?
 
Warum also den natürlichen Lernprozess nicht bewusst auch im Alter nutzen? Für persönliche „Helden“ ist es doch nie zu spät. Sich umzuschauen und zu fragen: Wer führt einen für mich attraktiven Ruhestand? Wer macht etwas für mich Bemerkenswertes? Von wem will ich mir eine Scheibe abschneiden? Wer lebt sein Leben? Gibt es Menschen, bei denen ich mir Rat einholen kann, weil sie schon Erfahrungen gemacht haben?

Sich an Menschen orientieren, die die eigene positive Einstellung zum Ruhestand weiter stärken, hat zusätzlich einen weiteren positiven Aspekt. Eine amerikanische Langzeitstudie fand heraus, dass Menschen mit einer positiven Einstellung zum Thema Alter im Durchschnitt 7,5 Jahre länger leben. Eine Untersuchung der Universität Greifswald fand heraus, wer das Altern als einen Entwicklungsprozess betrachtet und Ziele verfolgt, hat die Chance, 13 Jahre länger zu leben.

Es lohnt sich also weiterhin genau hinzuschauen, an wem wir uns ausrichten oder ein Beispiel nehmen.

Anja Klute

Co-Gründerin von AgeForce1

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