Unternehmen fehlt es beim Fachkräftemangel an Offboarding-Strategien

Still weitermachen statt innerlich kündigen

Köln, 21.09.2022 Quit Quitting, die innere Kündigung, ist ein Trend, der aktuell viel Aufmerksamkeit erhält. Parallel zeigt sich eine andere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt,
die jedoch kaum wahrgenommen wird: Die Rückkehr der Rentner

Der Anteil der Personen im Ruhestand, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, hat sich laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)* mehr als verdoppelt. 15% der 65- bis 69-jährigen und 13% der 70- bis 74-jährigen gehen einer bezahlten Arbeit nach. Aktuell sind das demnach mehr als zwei Millionen Menschen.

Die wesentlichen Gründe, warum Menschen wieder einem Beruf nachgehen, sind laut IAB der Spaß an der Arbeit oder das Bedürfnis nach einer sinnvollen Aufgabe und sozialen Kontakten.

Dipl.-Psychologin Anja Klute kann das sehr gut nachvollziehen. „Die Arbeit ist für viele Babyboomer ein wichtiger Teil ihrer Identität und gab dem Leben über Jahrzehnte Struktur und Bedeutung. Der Verlust dieser beiden Parameter ist eine große Veränderung, die viele kompensieren wollen. Sie suchen sich eine passende Aufgabe, sei es im Ehrenamt, als Unternehmer oder durch eine erneute Erwerbstätigkeit.“

Millionen Rentnerinnen und Rentner gehen einer Erwerbstätigkeit nach

Die Zahlen des IAB zeigen, dass die Rückkehrer auf den Arbeitsmarkt im Durchschnitt 14,5 Wochenstunden arbeiten.

Im Jahr 2021 traten 1,4 Millionen Menschen ihren Ruhestand an, in den kommenden 10 Jahren wird sich diese Zahl wenig verändern. Zeitgleich sind hunderttausende Stellen unbesetzt und der Fachkräftemangel ist branchenübergreifend Realität geworden.

Um die Ressourcen der „Talente in Rente“ zu nutzen, fehlt es Arbeitgebern oft an geeigneten Strategien. „Warum nicht die Facetten der Rekrutierung erweitern?“ hinterfragt Klute. „So bietet ein systematisches Offboarding Unternehmen die Chance, ihre erfahrenen Fach- und Führungskräfte für eine Beschäftigung jenseits der Regelaltersgrenze zu sensibilisieren und ein passendes Angebot zu unterbreiten.“

Ein klar definiertes, wertschätzendes Angebot für eine Zusammenarbeit im Ruhestand kann Personalengpässe abmildern. Die Rahmenbedingungen dafür werden sich verbessern, denn bereits zum Jahreswechsel wird es keine Begrenzung des anrechnungsfreien Hinzuverdienstes bei der Altersrente mehr geben, so die Aussage der Ampel-Koalition.

*IAB-Kurzbericht 8/22

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