Drei Voraussetzungen für den Erfolg der Aktivrente
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Hintergrundinformationen:

Über Anja Klute

Über Frank Leyhausen

Köln 15.05.2025 Die Aktivrente kommt, wann genau, ist noch ungewiss. Im Kern geht es um 2.000 Euro steuerfreies Arbeitseinkommen für Menschen, die das gesetzliche Rentenalter erreicht haben. Ob die Aktivrente ein Erfolg wird, hängt von drei Faktoren ab.

Deutschland altert, was auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar ist. Mit der Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge wächst die Fachkräftelücke. So plausibel eine Erwerbstätigkeit im Ruhestand auch sein mag und so attraktiv die Aktivrente als Lösung erscheint, stellt sich hier die Frage: Sind die Arbeitgeber bereit und die angehenden Ruheständler willens für eine „Zugabe”? Die Fakten zeigen auf beiden Seiten einen notwendigen Bewusstseinswandel – jenseits des steuerfreien Arbeitseinkommens.

Altersdiskriminierung

In Deutschland wird man mit 61 Jahren als „alt“ bewertet und damit deutlich vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Diese Menschen werden mehrheitlich als Blockierer wahrgenommen.(1) Laut einer aktuellen repräsentativen Befragung(2) ist die Arbeit der Lebensbereich in dem Altersdiskriminierung am häufigsten vorkommt. „Aufgrund der Internalisierung des Stereotyps wird diskriminierendes Verhalten von älteren Arbeitenden häufig nicht als solches bewertet. Ein negatives internalisiertes Altersbild kann dazu führen, dass Arbeitende den Beruf früher verlassen […]“ heißt es dazu in der Studie „Altersbilder und Altersdiskriminierung“.

Handlungsbedarf auf beiden Seiten

Nicht nur Altersdiskriminierung kann die Aktivrente ausbremsen. Neben einem altersdiskriminierenden Betriebsklima ist auf der Arbeitnehmerseite eine Trägheit bei der Auseinandersetzung mit dem Ruhestand zu beobachten. Laut einer Studie(3) bereitet sich nur jeder fünfte angehende Rentner aktiv auf den Ruhestand vor. „Erwerbstätigkeit im Ruhestand birgt ein hohes Potenzial an Fachkräften. Die Einführung der Aktivrente allein wird nicht ausreichen, um es zu heben.“ erklärt Ruhestandsexperte Frank Leyhausen und zeigt drei Erfolgsfaktoren auf..

  1. Ruhestand aus der Tabuzone holen
    Ruhestand aus der Tabuzone holen Wenn Unternehmen ihre Mitarbeitenden halten wollen, müssen sie den Übergang in den Ruhestand ins Zentrum des Unternehmens rücken. Laut der lidA-Studie der Bergischen Universität Wuppertal ist der Ruhestand in den meisten Betrieben kein Thema. „Der Ruhestand muss aus der Tabuzone geholt werden. Gleiches gilt für Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz. Beides muss Teil von Führung und Mitarbeiterdialog werden.“ fordert Leyhausen und empfiehlt, Führungskräfte entsprechend zu qualifizieren. Denn: „Der Ruhestand darf nicht das Ende der Mitarbeiterentwicklung sein, wenn die Aktivrente ein Erfolg werden soll.“  


  2. Ruhestand planen
    wollen Die mit dem Übergang in den Ruhestand verbundenen Veränderungen sind vielfältig. Sie reichen vom Einkommen, über den Verlust von Aufgaben bis hin zur Partnerschaft. Obwohl ihnen bewusst ist, dass sie mehr tun müssten, geht der Großteil der Deutschen unvorbereitet in den Ruhestand. „Es wundert nicht, dass nur jeder Fünfte den Ruhestand plant“, kommentiert Leyhausen und ergänzt: „Der facettenreiche Planungshorizont umfasst Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Diese Komplexität überfordert viele. „Ein Grund hierfür sind die mangelnden Angebote zur Vorbereitung sowie die etablierte Wahrnehmung des Ruhestands als Ende und nicht als Beginn einer aktiven Lebensphase.”

  3. Altersbilder ändern
    Die Grundlage für diese Herausforderungen bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist das etablierte defizitäre Altersbild unserer Gesellschaft. Solange Bilder von passiven und innovationsfeindlichen alten Menschen vorherrschen und gepflegt werden, wird eine Erwerbstätigkeit im Ruhestand zur Herausforderung. „Jede:r sollte sich frei von diesen etablierten Altersbildern machen”, appelliert Leyhausen, „Ruhestand findet nicht nur auf der Parkbank statt. Jeder kann aktiv sein, wenn er will und ihm ein entsprechendes Angebot gemacht wird.“

Frank Leyhausen ist Co-Autor des Ratgebers „Graues Gold statt altes Eisen“ und berät Arbeitgeber zu den Themen Altersdiversität und Erwerbstätigkeit im Ruhestand.

(1) Studie „Altersbilder und Altersdiskriminierung (Antidiskriminierungsstelle des Bundes)
(2) Altersdiskriminierung Erkennen, Verstehen, Begegnen (Antidiskriminierungsstelle des Bundes )
(3) Ruhestand 2040 So blicken die Rentnerinnen und Rentner der Zukunft auf das Alter (GDV e.V.)

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