Wenn die „grauen Bärte” zurückkommen

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Köln, 8. Juli 2026 Der US-amerikanische Automobilhersteller Ford hat rund 300 erfahrene Ingenieurinnen und Ingenieure zurückgeholt. Dabei handelt es sich um frühere Mitarbeitende, von denen sich das Unternehmen zuvor getrennt hatte. Der Grund: Die KI-Systeme, die ihre Arbeit in der Qualitätssicherung übernehmen sollten, lieferten nicht die erhofften Ergebnisse. Die Folge waren Qualitätsprobleme und Kosten in Milliardenhöhe. Erst mit der Rückkehr der intern als „Gray Beards” bezeichneten Spezialisten sanken die Kosten und die Qualität verbesserte sich.
Für Frank Leyhausen, Geschäftsführer der Kölner Beratung AgeForce1, ist der Fall Ford mehr als eine Randnotiz aus der Autoindustrie: „Ford zeigt, was passiert, wenn Unternehmen das Erfahrungswissen ihrer älteren Beschäftigten unterschätzen. Dieses Wissen verschwindet nicht einfach in einer Datenbank. Es geht mit den Menschen in den Ruhestand. Und es kommt nur zurück, wenn diese Menschen zurückkommen wollen und können.“
Der Ruhestand ist keine Einbahnstraße mehr
Dass Rückholaktionen, wie sie bei Ford durchgeführt wurden, überhaupt funktionieren, ist kein Selbstläufer. Ob Menschen im Ruhestand weiterhin für Projekte, Mentoring oder Wissenstransfer zur Verfügung stehen, hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab:
- Wie das Unternehmen mit diesen Experten zum Ende ihrer regulären Arbeitszeit umgeht.
- Wie die Arbeitnehmer sich selbst auf die neue Lebensphase vorbereiten.
Gerade im Hype um KI-Projekte wird das Erfahrungswissen älterer Mitarbeitenden nur wenig beachtet. Viele werden mit dem Verweis auf die Optimierungspotenziale durch künstliche Intelligenz in den Vorruhestand geschickt. Dieses Aussortieren ist wenig wertschätzend und nimmt den Mitarbeitenden die Entscheidungshoheit, wann sie ihren Ruhestand beginnen.
Arbeitgeber sind in der Pflicht
„Die Vorbereitung auf den Ruhestand ist keine Privatsache“, sagt Leyhausen. „Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten in den letzten Berufsjahren aktiv begleiten, sichern sich gleich doppelt ab. Zum einen organisieren sie den Wissenstransfer, bevor die Erfahrung das Haus verlässt. Zudem haben sie die Möglichkeit, die Menschen für eine gemeinsame Zukunft zu gewinnen, damit sie später – wie bei Ford – als Boomer-in-the-Loop zurückkehren können.“ Angesichts der Babyboomer-Jahrgänge, die in den kommenden Jahren millionenfach in Rente gehen, wird dieses Thema für jedes Unternehmen relevant.
AgeForce1 unterstützt Unternehmen und Beschäftigte mit einem kostenlosen Selbsttest zur individuellen Ruhestandsreife sowie Fortbildungsangeboten für Führungskräfte und HR-Verantwortliche zum Übergang in den Ruhestand und der Entwicklung von „Senior-Expert“ Programmen.